mit Rahel Kraft und Anouk Sebald
Vom 01.11.2025 – 11.01.2026, Samstag und Sonntag von 13:00 – 17:00 Uhr im Inhalatorium, Limmatpromenade 26, 5400 Baden

Eine Ausstellung zur körperlichen, räumlichen und energetischen Wirkung von Thermalwassers. Das Inhalatorium wird als atmosphärischer Erfahrungsraum mit Klang- und Videokunst der Künstlerinnen Rahel Kraft und Anouk Sebald aktiviert.
Liquid Agency: Eine Ausstellung zur körperlichen, räumlichen und energetischen Wirkung von Thermalwassers. Das ehemalige Inhalatorium wird als atmosphärischer Erfahrungsraum mit Klang- und Videokunst der Künstlerinnen Rahel Kraft und Anouk Sebald aktiviert. Wie beeinflusst Wasser die künstlerische Praxis? Wie verändert es Zeitlichkeit, Körperlichkeit, Ortsbezüge und Erinnerung? Was bedeutet es, mit Wasser zu denken, zu schaffen, zu kuratieren?
Anouk Sebald «ViscousSource»: Das Video erzählt von einem Ursprung im Wasser. Figuren und Fische bewegen sich in lichtgefüllten Blasen, tauchen ein, lösen sich wieder auf. Eine verhüllte Gestalt erscheint, fast ikonisch, und erinnert an Geburt und Mütterlichkeit. Am Ende bleibt nur ein einzelner Lichtpunkt zurück, der im Dunkel vergeht. «ViscousSource» verweist auf die viskosen Flüssigkeiten des Körpers wie Vaginalsekrete, Sperma und Fruchtwasser und auf unsere Nähe zum Wasser selbst. Zwischen Körper und Tier, Sexualität und Tabu entfaltet sich ein Bild von Werden und Vergehen.
Rahel Kraft «and we the streams»: Wasser fliesst, versickert langsam und taucht anderswo wieder auf. Dieses stetige Versickern hat eine stille, aber tiefgreifende Wirkung: Das Wasser wird gefiltert, klar und mit Mineralien angereichert – jenen Stoffen, die wir später zur Regeneration nutzen, etwa beim Inhalieren von Thermalwasser. Anstatt dieses über Jahrtausende zirkulierende Wasser physisch zu inhalieren, lädt Rahel Kraft in and we the streams dazu ein, in den ultra langsamen Prozess des Versickerns einzutauchen. Sie lässt uns die grosse Zeitlichkeit einer Kur, in einer Art hypnotischer Hör-Inhalation mit verschiedenen auditiven Fliessbewegungen nachempfinden. Die Treppe ist eine atmende Skulptur, welche uns den Blick auf den realen Fluss öffnet.
Rahel Kraft «Rhythms Going Up and Down»: In Rhythms Going Up and Down lässt Rahel Kraft uns unter Wasser tauchen. Wind und Wasser führen die Kamera. Anstelle eines kontrollierten Blicks entsteht eine fliessende, zufällige Bewegung. Das Bild gleitet an Unterwasserpflanzen, aufgewühlten Sedimenten und flirrenden Lichtreflexen vorbei. Die Aufnahmen entstanden in vier flachen Moorseen im Süden Hokkaidos. In gelb-, braun- und grüngetönten Bildern zeigen sie eine schwer zugängliche, geheimnisvolle Welt. Das Wasser selbst wird zur Dramaturgin: Es bestimmt den Rhythmus und lenkt die Wahrnehmung. Es entsteht ein Gefühl des Getragenwerdens zwischen Ruhe und Unruhe, Sichtbarkeit und Auflösung, in ständiger Bewegung.