Anlaesse

Vernissage «Acts of Attention»

Wie geht die griechische Kultur mit verlassenen Thermalbade Orten um? Was sind die Hintergründe und Umstände im Vergleich zu Baden? In dieser Ausstellung erleben Sie zeitgenössische Reaktionen auf ein brachliegendes Potential.

Studierenden des Master Transdisziplinarität der Zürcher Hochschule der Künste zeigen Werke, die sie während der Recherchewoche «Acts of Attention» in Methana, Griechenland, geschaffen haben, geleitet von Lydia Xynogala und Eirini Sourgiadaki. Sie arbeiten mit einer Vielzahl von Medien und verwenden künstlerische und wissenschaftliche Hilfsmittel, um das Thema zu untersuchen, von Wärmebildkameras bis hin zu PH-Streifen, und setzen ethnografische Methoden und Rituale ein. Sie übersetzen ihre Erfahrungen in ihre eigene Sprache, um sie mit einem Publikum im Kontext des Badens in Baden zu teilen.

Die «friends of 750 mineral springs of Greece» stellen eine Reihe historischer Karten auf einem Duschvorhang und Fotos von Tobias Wootton aus. Die Arbeiten sind im Austausch mit der ETH Zürich, Lehrstuhl Ursprung im Bezug zu der Recherchereise nach Methana entstanden. Die Lichtexpertin Sophia Berdelis hat nicht nur den Fluss des Wassers von der Quelle bis zum Bad in Szene gesetzt; auch für die zwei Funktionsräume im Innern des Bad zum Raben hat sie farbliche Licht-Akzente gesetzt.

Hintergründe:

Im antiken Griechenland waren Heilung und Therapie untrennbar mit Natur, Kunst und veränderten Bewusstseinszuständen wie Träumen verbunden. Die Behandlung beinhaltete oft Eingriffe des Gottes der Gesundheit selbst, einschließlich Heilungsritualen mit mystischem Charakter. Bekannt ist, dass Heilungsakte Akte der Verbundenheit zwischen Menschen und Unsterblichen, dem physischen und dem metaphysischen Bereich waren.

Methana war einst als florierende griechische Bäderstadt, als Loutropolis, bekannt. Die Mineralquellen auf einer Vulkanhalbinsel sind schwefelhaltig, wurden vom Historiker Pausanias erwähnt und lockten jedes Jahr Tausende von Besuchern in die staatlich errichteten Hydrotherapie-Bäder. Diese sind nun seit Jahrzehnten geschlossen, aber zwei Quellen münden ins Meerwasser, wo ältere Patienten immer noch Heilung suchen.

Die Quellen, ein auf Lava erbautes Dorf, der Vulkan und historische Gebäude, Gruben mit heilendem Wasser im Meer; diese Eindrücke und Partikel haben den ganzen Weg nach Baden gemacht. Von Quelle zu Quelle – dies ist eine Einladung sich auf das weltweit verbundene Netz aus Wassern einzulassen.

Eirini Sourgiadaki PhD Kandidatin – Lehrt am Master Transdiziplinarität, Wiss. Mitarbeiterin Dossier Learning Teaching ZHdK

Kathrin Doppler: Körperforscherin und Kuratorin verschiedener Disziplinen: bildende Kunst im Thermalbad, Theater am Figurentheaterfestival Basel BAFF! sowie Pop Musik und Videokunst im Royal Baden.

In Kooperation mit: Researchgroup: OFFSEASON, ZHdK MA TransdisziplinaritätETH Zürich, friends of the 750 mineral springs of greece